Ursprung

Wann begann das Christentum in Marktleuthen? Wer besorgte die Christianisierung? Wann wurde die erste Pfarrei errichtet? Wann die Kirche? Um es gleich zu gestehen: Über die ersten einhundert, zweihundert, ja drei-hundert Jahre Christentum gibt es keine geschichtlich nachprüfbaren Fakten, keine Dokumente – nur Spekulationen. Wahrscheinlich sind Unterlagen darüber bei dem Brand 1641, als die Kirche, das Pfarrhaus mitsamt dem Rathaus und anderen Bürgerhäusern zu Asche wurden, ein Raub der Flammen geworden. Obwohl über die ersten Jahrhunderte keine Aufzeichnungen vorliegen gibt es neben Geschriebenem auch andere Überlieferungsarten, wie die Sage, den Volksmund, Naturdenkmäler, die den Rückschluss auf den Anfang zulassen.

Südöstlich von Marktleuthen befindet sich eine Anhöhe, die „Kappel“ genannt wird. Auf dem höchsten Punkt lagern zwei wuchtige, übereinander gelagerte Granitblöcke, die der Volksmund die „Teufelssteine“ nennt. Im oberen Stein befindet sich eine Mulde, die den Stein wie ein Taufbecken aussehen lässt. In unmittelbarer Nähe befand sich eine Quelle, heute Augenquelle genannt. Früher hieß sie Wolfgangsquelle und aus dieser Quelle holte man das „Augenwasser“. Der Heilige St. Wolfgang wurde besonders bei Augenleiden angerufen. Dieser Quelle wurde noch um 1700 Heilkraft zugeschrieben und wie aus einer Schrift hervorgeht, sind „Krüppel, Lahme und Sieche von weiten Orten“ nach Marktleuthen gekommen. Ebenso bezeugt der Verfasser, dass auf dieser Anhöhe eine Wolfgangskapelle gelegen war. Pfarrer Wolfgang Seiferth (1741) berichtet darüber: „Ohnweit unserem Markte lieget ein Berg, welcher die Cappel genannt wird, weil zu denen Zeit des Papsttums auf demselben die sogen. Wolfgangscapelle soll gestanden seyn, wovon sich auch wirklich die Rudera (Ruinen) vorfinden.“ Ein Pfarrer Helfrecht aus Höchstädt, der um 1800 ein Büchlein über „Ruinen im Fichtelgebirge“ geschrieben hat, sah noch die Grundmauern dieser Kapelle. Zu dieser Wahlfahrtskapelle pilgerten „Gläubige aus Böhmen und von weit her”. Die Kapelle verfiel nach der Reformation.