Der zweite Anfang

Marktredwitz wurde ein zweites Mal Mutterkirche von Marktleuthen. Wie kam es dazu? Im Jahre 1763 wurde eine Kompanie Soldaten nach Redwitz verlagert. Im Jahre 1771 feierte ein Militärkurat die erste heilige Messe. Im Jahre 1777 wurde dieser Kurat Namens Josef Korndörffer zum Militärpfarrer ernannt. Seitdem ist Marktredwitz wieder Pfarrei. Sie gehörte wiederum zum Bistum Regensburg. Im Jahre 1900 lebten im Bezirk Marktleuthen, Röslau, Kirchenlamitz und Weißenstadt rund 200 Katholiken.

Was lag näher wieder Filialen zu gründen. Die erste wurde in Marktleuthen errichtet. Stadtpfarrer Hiegl aus Wunsiedel ließ mit Genehmigung und Unterstützung von Bischof Antonius von Regensburg1909 einen Betsaal bauen. Damit war der Grundstein zur späteren Pfarrei gelegt.

Zunächst wurde im Jahre 1913 in Marktleuthen eine Expositur gegründet, welche sich über die Gebiete Kirchenlamitz, Röslau und Weißenstadt erstreckte. Genau am 12.10.1913 zog der erste katholische Priester in Marktleuthen ein. Es war der Geistliche Georg Kiener, der bis 1920 in Marktleuthen blieb und am 13.10.1953 als Pfarrer in Moosbach verstarb. Der Unterhalt des Priesters wurde durch freiwillige Gaben (durch die bischöfliche Stiftungsadministration) bestritten. Zu dieser Zeit hatte Marktleuthen 1523 Einwohner und nur 29 Katholiken. Nach Georg Kiener war Expositus in Marktleuthen Albert Kellner von 1920 – 1922, dann Alfons Amann bis 1923.

Im Jahre 1923 wurde Expositus Georg Fuß eingesetzt, der auch im Jahre 1929 der erste Pfarrer von Marktleuthen wurde. Für unser Gebiet, und die Diaspora des Bistums Regensburg wurde Dr. Michael Buchberger Bischof, ein nimmermüder Förderer und Wohltäter: Nach der Erhebung von Marktleuthen zur Pfarrei erhielt 1936 Weißenstadt eine Marienkirche, 1941 Kirchenlamitz einen Betsaal, 1950 Röslau eine Kirche zur Heiligen Dreifaltigkeit, 1951 wurde Weißenstadt Expositur, 1953 bekam Kirchenlamitz seine St. Michaelskirche und endlich auch Marktleuthen 1956 seine große Pfarrkirche St. Wolfgang.

1960 wurde Kirchenlamitz Expositur. Es soll schnell noch eingeschoben sein, dass um ein Haar die Pfarrei Marktleuthen nicht dem Hl. Wolfgang, sondern dem Hl. Canisius geweiht worden wäre. Erst nachdem der vorgeschlagene Pfarrpatron S. Canisius vom Bischöflichen Ordinariat als ngeeignet befunden wurde, erinnerte man sich des alten Wolfgangkultes und Expositus Georg Fuß schlug den Hl. Wolfgang als Patron der Gemeinde vor, wogegen nun keine Einwände bestanden. Pfarrer Fuß wirkte bis 1937 in Marktleuthen. Danach kam Pfarrer Johann Rösch. Der Langjährige Regionaldekan Prälat Josef Stäringer, Wunsiedel, zog am 15.Okt. 1948 nach Marktleuthen. Er blieb da bis 31.7.1963 als Pfarrer. Er sorgte dafür, dass die Orte Röslau, Kirchenlamitz und schließlich Marktleuthen würdige, moderne, lichte Gotteshäuser bekamen, die sowohl von der Lage als auch vom äußeren und inneren Aussehen unsere Landschaft mit prägen.

Pfarrer Stephan Brlecic der 1997 nach Marktleuthen kam sorgte schließlich in den Jahren 1999 bis 2001 für die Renovierung der Pfarrkirche Marktleuthen und der Filialkirche Röslau. Die Pfarrkirche zu Markteuthen wurde in den Jahren 1999 und 2000 von Grund auf renoviert, wobei 1999 die Ausenfasade und 2000 das Kircheninnere komplett renoviert wurden. Die Einweihung der renovierten Kirche fand 2000 statt. Die Pfarrkirche zu Röslau wurde 2001 von Grund auf renoviert und auch die Einweihung der renovierten Pfarrkirche fand noch im Jahr 2001 statt.

Am 24. September 2006 feierte die Pfarrei das 50. Jubiläum der Weihe der Pfarrkirche ST-Wolfgang Marktleuthen. Hierzu fand ein Festgottesdienst mit dem „Caritasdirektor Domkapitular Msgr. Bernhard Piendl“ statt. Im Anschluss an den Festgottesdienst fand dann ein gemeinsames Mittagessen im Pfarrheim statt. Nachmittags klang der Festtag dann noch mit einer Dankandacht und einem anschließenden Kaffeetrinken aus.

Mit dem Ende der Dienstzeit des Bischöflich Geistlicher Rates Dr. Raphael Mabaka ma Mbumba in Marktleuthen, die zum 31.08.2011 endete trat zeitgleich mit der Einführung von P. Joseph Puthussery und P. Francis Puthenpura mit dem 01.09.2011 zum zweiten mal in der Geschichte der Pfarrei ein Pfarreienverbund bestehend aus den Pfarreien Marktleuthen, Kirchenlamitz, Weißenstadt und Röslau in Kraft. Zum Hauptpfarrsitz des Pfarreinverbandes wurde Marktleuthen ernannt.